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Finden Sie hilfreiche Hinweise zum Thema Energie und Effizienz in unserem umfangreichen Nachschlagewerk

Querschnittsthemen / Mobilität / Der betriebliche Fuhrpark

Beim Aufbau, der Erneuerung und der Verwaltung des betriebseigenen Fuhrparks sind vor allem die Themen „Energie- und Kostenreduktion“, „Steuern und Versicherungen“ sowie „Umwelt/ Emissionen“ relevant. Egal ob eine ganze Fahrzeugflotte oder nur zwei Transporter betrieben werden – es sind oft vielfältige Einsparpotenziale vorhanden, die genutzt werden können.  Um diese zu erschließen, empfehlen sich die folgenden vier Maßnahmen:


  • Analyse der bestehenden Transportaufgaben

  • Analyse des vorhandenen Fuhrparks

  • Aufspüren von Einsparpotenzialen und Bedarfen

  • Ableitung, Priorisierung und Umsetzung von Maßnahmen



Die Optimierung eines bestehenden Fuhrparks erfordert zunächst eine Analyse des gegenwärtigen Zustands. Dazu werden alle mobilitätsbezogenen Daten wie Kraftstoffverbräuche und Nebenkosten (Versicherung, Steuer, Wartung) erfasst. Aber auch Informationen zur Auslastung der Fahrzeuge (zeitlich/bzgl. Ladung) sind hilfreich. Oftmals ergeben sich dabei bereits relevante Erkenntnisse und Ansätze zur Verringerung des Kraftstoffeinsatzes und des Schadstoffausstoßes. Diese können zum einen die Energieeffizienz und die Dimensionierung einzelner Fahrzeuge betreffen und zum anderen Hinweise auf mögliche Optimierungspotentiale in der Organisation liefern. Während die Organisation die Häufigkeit und die Entfernung von Transportaufgaben beeinflusst, wirkt sich die Effizienz der eingesetzten Fahrzeuge direkt auf den Kraftstoffbedarf für die Ausführung der Transportaufgaben aus.


Fuhrpark - Hurtzig Haustechnik
Copyright: Hurtzig Haustechnik


Am einfachsten lässt sich eine effiziente Fahrzeugflotte mit neuen, energieeffizienten Fahrzeugen realisieren. Diese ist jedoch mit hohen Kosten verbunden. Bei der Neuanschaffung sollte auf eine bedarfsgerechte Fahrzeugdimensionierung, die Wahl einer effizienten Motorentechnik sowie eine sinnvolle Auswahl von Zusatzausstattung geachtet werden. Bereits 100 kg Mehrgewicht verursachen ca. 0,4 Liter Mehrverbrauch pro 100 km (vgl. FleetExpert), und dies betrifft auch die Zusatzausstattung. Nicht selten reicht ein kleineres Fahrzeug an Stelle eines großen Fahrzeugs aus. Werden nur gelegentlich zusätzliches Ladevolumen bzw. eine höhere Nutzlast benötigt, können der Einsatz eines kostengünstigen Anhängers oder eines bedarfsgerecht angemieteten Transporters wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Varianten sein.

Selbst die Farbe eines Automobils beeinflusst den Kraftstoffverbrauch: schwarze Fahrzeuge erhitzen sich im Sommer deutlich stärker als helle Fahrzeuge. Dies führt zu einem intensiven Gebrauch der Klimaanlage und zu zusätzlichem Kraftstoffverbrauch. Hier kann ggf. mit Werbefolien in hellerer Farbgestaltung gegengesteuert werden.

Im Folgenden wird bzgl. der Beschaffung neuer Fahrzeuge auf die Wahl von Antriebsarten sowie, weiter unten, auf die Möglichkeiten von Lastenfahrrädern als Alternative zu Kraftfahrzeugen eingegangen.


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Die Antriebsart von Kraftfahrzeugen hat einen erheblichen Einfluss auf die Menge der erzeugten Emissionen sowie die Kraftstoffkosten pro gefahrenem Kilometer. Generell kann festgehalten werden, dass der mittlere Wirkungsgrad von elektrischen Fahrzeugantrieben mit bis zu 90 % deutlich höher ist als der von z. B. Benzinmotoren mit etwa 20 Prozent. Dies ist zum einen auf den hohen Wirkungsgrad des Elektromotors, zum anderen auf die Möglichkeit zur Rückgewinnung von Bremsenergie zurückzuführen. Bei der Betrachtung der Ökobilanz von Elektrofahrzeugen sollte jedoch berücksichtigt werden, dass die Erzeugung des Stroms für die Fahrzeuge ebenfalls mit Energieverlusten verbunden ist, was bei der Darstellung der Fahrzeugeffizienz häufig nicht einbezogen wird (dies gilt auch für die Herstellung von Kraftstoffen). In Deutschland erfolgt die Stromgewinnung zu weit mehr als der Hälfte aus fossilen Brennstoffen. (vgl. Strom-Mix in Deutschland). Mit der zunehmend umweltfreundlicheren Stromerzeugung verbessert sich auch die Gesamtbilanz der Elektrofahrzeuge.

Neben der Energieeffizienz ist die Menge der vom Fahrzeug ausgestoßenen Schadstoffe, wie z. B. der Stickoxide, relevant. Elektrofahrzeuge ohne Verbrennungsmotor verursachen keine direkten Schadstoffe und sind daher für den Einsatz im städtischen Bereich besonders geeignet. Fahrzeuge mit Dieselmotoren hingegen erzeugen trotz effizienter Motorentechnologie eine vergleichsweise große Menge an Schadstoffen. Aktuelle Geschehnisse um die Nicht-Einhaltung von Euro-Abgasnormen sowie die per Gesetz geforderte Reinhaltung der Luft in Städten können in den Medien verfolgt werden.

Im Folgenden werden charakteristische Merkmale der unterschiedlichen Antriebstechnologien und typische Haupteinsatzgebiete erläutert.

 

Benzinmotoren

Beninmotoren weisen im Vergleich zu Dieselmotoren ein im Allgemeinen niedrigeres Drehmoment und eine höhere Nenndrehzahl auf. Daher werden sie vorwiegend für PKW eingesetzt. Mit zunehmenden Fahrzeuggewicht steigt der Drehmomentbedarf, weshalb Benzinmotoren in schweren Fahrzeugen oder Baumaschinen praktisch nicht verwendet werden. In den vergangenen Jahren hat die Effizienz moderner Benzinmotoren zugenommen. Mittels Turboaufladung und Direkteinspritzung wurde zudem das Drehmoment gesteigert. In der Praxis ist zu beobachten, dass der Verbrauch von Fahrzeugen mit Benzinmotoren bei voller Beladung oder beim Ziehen von Anhängern stärker zunimmt als bei Fahrzeugen mit Dieselmotoren. Dies sollte bei Kaufentscheidungen berücksichtigt werden.

Für die Herstellung von Benzin, dessen Brennwert ca. 11 kWh/Liter beträgt, werden mehr Prozessschritte benötigt als für die Herstellung von Diesel. Laut einer Studie des Unternehmens Shell fallen 15 bis 20 Prozent der CO2-Emissionen, die ein benzinbetriebenes Fahrzeug im Laufe der gesamten Nutzung ausstößt, bereits bei der Herstellung des vom Fahrzeug verbrauchten Benzins an. Die im Benzin enthaltenen leichteren Kohlenwasserstoffe tragen allerdings zu einer vergleichsweise sauberen und schadstoffarmen Verbrennung bei.

Um die Energie- und Ökobilanz von benzinbetriebenen Fahrzeugen zu verbessern, kann die an Tankstellen angebotene Benzinsorte „E10“ getankt werden, welche rund 90 Prozent Benzin und 10 Prozent Bioethanol enthält. Somit wird weniger fossiler Brennstoff eingesetzt. Es sollte aber in jedem Fall die Freigabe des Fahrzeugherstellers für den Einsatz von Bioethanol im jeweiligen Fahrzeug beachtet werden. Des Weiteren ist umstritten, inwieweit die Herstellung von Bioethanol tatsächlich zum Klimaschutz beiträgt. Der heute eingesetzte Bio-Kraftstoff wird überwiegend aus Soja, Mais und Zuckerrohr hergestellt. Um diese Pflanzen anzubauen wurden und werden in Süd- und Mittelamerika große Flächen der Urwälder gerodet, die für den Klimaschutz ebenfalls essentiell sind.

 

Dieselmotoren

Dieselmotoren sind heute mehrheitlich mit Turboaufladung und Direkteinspritzung ausgestattet. Sie bieten ein vergleichsweise hohes Drehmoment schon bei niedrigen Drehzahlen. Im Vergleich zu Benzinmotoren ist der Kraftstoffverbrauch pro gefahrenem km häufig geringer (bei Vergleich von identischen Fahrzeugen unter identischen Randbedingungen). Dies liegt zum einen am effizienteren Verbrennungsprozess des Dieselmotors, zum anderen an dem höheren Brennwert des Diesels (ca. 12 kWh/Liter) im Vergleich zum Benzin. Trotz des Einsatzes von Harnstoff für die Verbrennung sowie von Filtern für die Abgasreinigung verursachen Fahrzeuge mit Dieselantrieb vergleichsweise hohe Schadstoffmengen, insbesondere Stickoxide. Im städtischen Raum ist künftig mit verschärften Anforderungen an die Schadstoffemission bzw. mit Fahrverboten für technisch veraltete Fahrzeuge zu rechnen (vgl. Regelung der Umweltplaketten).

Eine energieeffiziente und umweltschonende Variante für den Betrieb von Dieselfahrzeugen kann der Einsatz von Bio-Diesel sein. Die Vorteile sprechen für sich: Da Bio-Diesel aus Pflanzenöl gewonnen wird, ist er ein regenerativer Rohstoff. Zudem entsteht bei der Verbrennung ungefähr so viel CO2, wie die Pflanzen während ihres Wachstums in Sauerstoff umgewandelt haben. Bio-Diesel kann aus technischen Gründen jedoch nicht in allen Fahrzeugen genutzt werden. Zudem kann Bio-Diesel in Deutschland nur in begrenzter Menge hergestellt werden.

Möglichkeiten für eine Verbesserung der Energieeffizienz beim Einsatz von Dieselmotoren bietet seit kurzem ein sogenanntes „Waste-Heat-Recovery-System“ (WHR-System), welches zur Wärmerückgewinnung aus Abgasen dient. Das System eignet sich derzeit allerdings eher für schwere Nutzfahrzeuge.

 

Erdgas-/ Flüssiggasmotoren

Die Basis für den Betrieb von Fahrzeugen mit Erdgas und Flüssiggas sind technisch angepasste Ottomotoren. Eine Umrüstung von benzinbetriebenen Fahrzeugen auf Gasbetrieb kann prinzipiell auch nachträglich erfolgen. Je nach Motor ist die Nennleistung im Gasbetrieb dabei geringer als bei der Verbrennung von Benzin oder Diesel. Beim Betrieb von schweren Fahrzeugen oder häufigem Einsatz von schweren Anhängern kann dies problematisch sein.

Erdgas für Autos wird als sogenanntes „CNG-Erdgas“ auf dem Markt angeboten. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan und geringen Anteilen anderer Gase. Um es für den Automobilbetrieb nutzbar zu machen, wird es in komprimierter Form („compressed natural gas“ = CNG) vertrieben. So entspricht dann der Energieinhalt von 1 kg CNG dem von rund 1,3 Litern Diesel bzw. 1,5 Litern Benzin.


Fiat Professional (Erdgastransporter)
Copyright: Fiat Chrysler Automobiles N.V.

Zudem wird zwischen zwei grundsätzlichen Arten von Erdgas unterschieden: High Caloric Gas (H-Gas) mit einem Methangehalt von 87 bis 98,9 Volumenprozent sowie Low Caloric Gas (L-Gas) mit einem Methangehalt von 80,1 bis 87 Volumenprozent. Die daraus resultierende Differenz des Brennwertes beeinflusst die Wirtschaftlichkeit allerdings kaum, da sich die Differenz auch im Preis wiederspiegelt. Bei gegebenem Tankinhalt des Fahrzeugs wirkt sich der Brennwert jedoch auf die Reichweite des Fahrzeugs aus, da der Verbrauch pro km bei L-Gas höher als bei H-Gas ist.

Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen hauptsächlich Wasserdampf und Kohlendioxid, Schadstoffe hingegen entstehen kaum. Im Vergleich zu den Antriebsarten Benzin oder Diesel gelten Erdgas-Fahrzeuge daher als besonders umweltfreundlich. Eine zusätzliche Steigerung der Umweltfreundlichkeit wurde durch die Zugabe von Bio-Gas erreicht. Bio-Gas wird annähernd CO2-neutral aus tierischer oder pflanzlicher Produktion gewonnen. Die Herstellerangaben bzgl. des Betriebs mit Bio-Gas sollten in jedem Fall beachtet werden.

Neben des Umweltaspektes kommen für den Betreiber eines Erdgasfahrzeugs finanzielle Vorteile hinzu: bis 2018 gilt für Erdgas und Flüssiggas ein vergünstigter Mineralölsteuersatz (vgl. Energiesteuergesetz). Je nach Region werden zudem Anschaffungsprämien für Erdgasfahrzeuge gewährt, welche einen zusätzlichen Kaufanreiz darstellen (https://www.erdgas-mobil.de/privatkunden/guenstig/foerderrechner/).

Dem Vorteil der geringeren Betriebskosten stehen höhere Anschaffungskosten für die zusätzliche Technik (Einspritzsystem/ Gasspeicheranlage) gegenüber. Hinzu kommen Einschränkungen hinsichtlich der verfügbaren Fahrzeuge mit CNG-Antrieb. Laut ADAC werden am Markt derzeit etwa 20 Modelle angeboten, die zudem wenig Varianz in der Ausstattung bieten. Bestehen spezielle Anforderungen an die Fahrzeuge, kann dies problematisch sein. Nach Angaben des ADAC gibt es derzeit deutschlandweit 900 CNG-Tankstellen, was eine allgemein ausreichende Abdeckung darstellt. Fahrten ins Ausland sollten hingegen sollten gut vorbereitet werden, da nicht alle Länder über ein flächendeckendes Tankstellennetz für Erdgas verfügen. Einen CNG-Tankstellenatlas für Europa bietet zum Beispiel die Internetseite www.gas24.de. Da viele Erdgas- bzw. Flüssiggas-Fahrzeuge bivalent, also sowohl mit Gas als auch mit Benzin, betrieben werden können, kann im Bedarfsfall auf Benzinbetrieb umgeschaltet und so ein möglicher Versorgungsengpass des Erdgases überbrückt werden.

Flüssiggas LPG („Liquified Petroleum Gas“) stellt ein Nebenprodukt der Mineralölgewinnung dar und besteht hauptsächlich aus Propan und Butan. Im Wesentlichen bietet es die gleichen Vorteile wie Erdgas – mit Ausnahme des spezifischen CO2-Ausstoßes, der hier etwas höher liegt. Demgegenüber steht ein mit mehr als 6.600 Tankstellen gut ausgebautes Versorgungsnetz. Die bis 2018 geltende vergünstigte Besteuerung beträgt derzeit 9,74 Cent pro Liter (vgl. Hannoversche Versicherung). Laut ADAC bieten derzeit nur sechs Hersteller Fahrzeuge für den serienmäßigen LPG-Betrieb an. Jedoch ist die Umrüstung von benzinbetrieben Fahrzeugen auf LPG-Betrieb mit relativ wenig Aufwand möglich und wird von vielen regionalen Fachbetrieben angeboten.


E-Smart mit Ladesäule
Copyright: HWK HH

Elektroantriebe und Hybridantriebe

Bei den Elektro-Fahrzeugen wird zwischen ausschließlich elektrisch angetriebenen Fahrzeugen (Elektrofahrzeuge, z.B. Nissan eNV 200), den Hybrid-Modellen (bspw. Toyota Prius) und den Plug-in-Hybrid-Modellen (z.B. VW Golf GTE) unterschieden.

Elektrofahrzeuge bieten viele Vorteile: Sie sind leise, emissionsarm und bieten einen höheren Wirkungsgrad (etwa 90%) als z. B. Fahrzeuge mit Benzinmotor (ca. 20%). Hohe Anschaffungskosten, eine derzeit  geringere Reichweite als diesel- oder benzinbetriebene Fahrzeuge sowie eine fehlende Infrastruktur mit Ladesäulen stehen den Vorteilen entgegen. Auch die einheitliche Normierung der Ladesäulen ist noch nicht umfassend vollzogen. Das Problem der Infrastruktur und der begrenzten Reichweite der Fahrzeuge betrifft vor allem den Einsatz im ländlichen Raum. Für eine ideale Umweltbilanz sollte zum Laden der Fahrzeugbatterien möglichst Strom aus regenerativen Energiequellen (z.B. Wind-, Wasser- oder Sonnenenergie) genutzt werden. Besonders günstig ist es, wenn das Unternehmen selbst elektrische Energie produziert, z. B. mittels Photovoltaik oder Blockheizkraftwerk. Bzgl. der Nutzung von Photovoltaik-Energie sollte beachtet werden, dass diese tagsüber erzeugt wird, wenn das Fahrzeug u. U. unterwegs ist und nicht geladen werden kann.

In Bezug auf die Reichweite sollte der Unternehmer prüfen, wo sein Fahrzeug künftig eingesetzt wird. Bei der Belieferung von Filialen im städtischen Bereich stellt die begrenzte Reichweite ggf. kein Problem dar. Wird das Fahrzeug hingegen für längere Strecken eingesetzt können die Nachteile ggf. überwiegen. Steigerungen der Leistungsfähigkeit und der Reichweite der Elektrofahrzeuge sowie die Verringerung der Kosten sind in den kommenden Jahren zu erwarten, wie mehrere Hersteller bekunden.

Bei den Hybrid-Fahrzeugen erfolgt der Antrieb durch einen Elektromotor in Kombination mit einem Benzin- oder Dieselmotor. Der Elektromotor wird im Allgemeinen zur Unterstützung des Verbrennungsmotors und zur Rückgewinnung von Bremsenergie eingesetzt Dies lohnt sich vor allem im Stadtverkehr, wo häufiges Anfahren und Abbremsen erforderlich ist. Plug-in-Hybride stellen eine weitere Ausbaustufe der Hybrid-Fahrzeuge dar. Der Unterschied zum Hybrid besteht darin, dass die verbaute Fahrzeugbatterie sowohl mittels des Verbrennungsmotors als auch über eine externe Stromquelle geladen werden kann, während dies beim Hybrid nur über den Verbrennungsmotor erfolgen kann.

Derzeit bestehen unterschiedliche Förderprogramme zur Förderung des Kaufs von Elektrofahrzeugen. Über das Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wird der Kauf eines Elektrofahrzeugs mit bis zu 2000 € gefördert („Umweltbonus“), hinzu kommen Rabatte der Fahrzeughersteller* von ca. 2000 €. Plug-In-Hybride werden vom BAFA mit bis zu 1500 € und von den Herstellern mit weiteren 1.500 € bezuschusst.  Eine Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge gibt es beim BAFA unter: http://www.bafa.de/bafa/de/wirtschaftsfoerderung/elektromobilitaet/publikationen/emob_liste_foerderfaehige_elektrofahrzeuge.pdf

*: Die Preisgestaltung bzw. Bezuschussung des Kaufs durch die Hersteller ist individuell und kann von den angegebenen Beträgen abweichen.

 

Wasserstoff

Der Antrieb elektrischer Fahrzeuge mittels Wasserstoff steckt noch in den Kinderschuhen, gilt jedoch als zukunftsweisend. Die Funktionsweise ist simpel: in einer Brennzelle (Fuel Cell) entsteht durch die Reaktion von Wasser- und Sauerstoff elektrische Energie, welche das Fahrzeug antreibt. Als Abfallprodukt entsteht dabei idealerweise lediglich Wasserdampf. Der Wirkungsgrad liegt hierbei bei circa 60 %; herkömmliche Verbrennungsmotoren erreichen durchschnittlich 40 %.

Allerdings ist die Herstellung von Wasserstoff – derzeit zu 90 % aus dem fossilen Material Erdgas – extrem energieaufwändig und reich an Schadstoffen. Wasserstoff gilt als sehr flüchtiger Stoff, welcher vom Kohlenwasserstoff abgespalten, komprimiert und verflüssigt wird. Zudem ist ein essenzielles Material der Brennstoffzelle – Platin – begrenzt. Es kommt v.a. in Südafrika und Russland vor. „Grüner Wasserstoff“ wird durch Elektrolyse von Wasser und dem Einsatz erneuerbarer Energien, beispielsweise Windkraft, gewonnen und besitzt eine weitaus bessere CO²-Bilanz. Zwar ist der vergleichsweise geringe Wirkungsgrad der Umwandlung problematisch. Dies fällt aber nicht ins Gewicht, wenn ansonsten abgeregelte Energie genutzt wird.

Die Reichweite eines Fahrzeugs mit Brennstoffzelle ist mit ungefähr 400 km deutlich besser als die eines rein batteriebetriebenen Elektroautos. Die Tankinfrastruktur ist noch lange nicht ausgereift; ehrgeizige Planungen sprechen von 400 Ladestationen bis 2023, wobei Schätzungen der WELT zufolge 1.000 nötig wären, um Deutschland ausreichend zu versorgen. Zum Vergleich: H²-Mobility besitzt mit inzwischen 64 Stationen (Stand März 2019) quasi ein Monopol. Die Ladestationen sind einfach in eine herkömmliche Tankstelle zu integrieren, eine Station kostet laut dem Manager Magazin derzeit jedoch noch eine Million Euro. Die Energiemenge in einem Kilogramm Wasserstoff entspricht circa drei Litern Benzin. Wasserstoff gilt als relativ gut transportabel, möglich in gasförmiger, flüssiger oder molekularer Form. In Deutschland ist man an der Vertiefung des Themas noch recht oberflächlich interessiert, während beispielsweise Kanada oder Korea bereits vielfach investieren. 2014 brachte Toyota das Modell „Mirai“ in Serie, von dem bisher allerdings nur eine minimale Anzahl verkauft wurde. Die Auswahl an wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen weltweit ist sehr überschaubar, vor allem fürs Handwerk. Das liegt in erster Linie an dem hohen Kaufpreis von umgerechnet circa 80.000 Euro im Fall Toyota, welcher Schätzungen zufolge auch in naher Zukunft nicht allzu prägnant sinken wird. Daher wird beispielsweise in München mithilfe von CarSharing-Projekten wie „BeeZero“ die neue Technik an potentielle Käufer herangetragen und untersucht. Das Resultat ist ernüchternd: im Sommer 2019 wird das Projekt aus finanziellen Gründen eingestellt.

Fazit: Das Prinzip der wasserstoffbetriebenen Fahrzeuge gilt als sauber, jedoch ist noch einiges an Investition und Forschung nötig, um diese Technologie marktfähig zu machen.


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Eine umweltfreundliche und wirtschaftlich lohnende Alternative zu Kraftfahrzeugen können Fahrräder sein. Diese gibt es konventionelle Fahrräder oder in der Ausführung als Lastenfahrräder, beide können sowohl mit oder ohne Elektroantrieb ausgestattet sein. Die Einsatzmöglichkeiten insbesondere der Lastenfährräder sind so vielfältig wie die am Markt erhältlichen Bauarten. Es gibt sie mit zwei Rädern (z.B. Bäckerrad), aber auch als drei- oder vierrädrige Varianten (z.B. Rikscha oder Eisfahrrad). Ladeflächen können vorn oder hinten am Fahrrad positioniert sein. Mit kleinen Umbauten können Räder auch als mobile Verkaufsstände dienen.


Handwerker mit Lastenrad
Copyright: Harry vs Larry

Bei den elektrisch angetriebenen Varianten wird zwischen Pedelecs, S-Pedelecs und E-Bikes unterschieden:

Beim Pedelec unterstützt der Elektromotor die Muskelkraft des Fahrers. In der Regel leistet der Motor maximal 250 Watt und ist auf eine Geschwindigkeit von 25 km/h begrenzt. Drei Antriebsvarianten sind möglich: Entweder sitzt der Motor im Hinterrad, am Rahmen oder im Vorderrad. Jede dieser Antriebsmöglichkeiten hat Vor- und Nachteile. Hier empfehlen Testfahrten, bevor eine Antriebsvariante ausgewählt wird.

Die S-Pedelecs (Schnelle Pedelecs) gehören zu der Gruppe der Kleinkrafträder. Die Leistung beträgt maximal 500 Watt. Das S-Pedelec kann bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h elektrisch und ohne Muskelkraft gefahren werden. Darüber hinaus unterstützt der Motor die Muskelkraft des Fahrers bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. S-Pedelecs sind – im Gegensatz zu Pedelecs und Lastenfahrrädern ohne Elektroantrieb – zulassungs-, versicherungs- und helmpflichtig. Die Fahrer müssen mindestens 16 Jahre alt sein und einen gültigen Führerschein besitzen.

Bei den E-Bikes nach der eigentlichen Definition (der Begriff wird landläufig auch für Pedelecs oder S-Pedelces benötigt) wird der Elektroantrieb durch einen Drehgriff oder Schaltknopf am Lenker gesteuert, so dass E-Bikes eine hohe Ähnlichkeit zu Mofas haben. E-Bikes werden daher ohne Muskelkraft betrieben. Die Leistung beträgt maximal 500 Watt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt jedoch nur 20 km/h. Rechtlich gesehen Stellt das E-Bike einen Sonderfall dar: Der Fahrer muss über eine Mofa-Prüfbescheinigung verfügen, eine Helmpflicht besteht jedoch nicht. Trotzdem ist das E-Bike versicherungspflichtig. Es gibt zudem weitere Klassen von E-Bikes mit bis zu 25 km/h, bis zu 45 km/h und mit über 45 km/h. Entsprechend ergeben sich abweichende Vorschriften bzgl. Helmpflicht, Führerschein und Radwegnutzung.

Als Fazit lässt sich feststellen: Lastenfahrräder haben den großen Vorteil, dass sie im Vergleich zu Kraftfahrzeugen wie PKW kostengünstig zu erwerben und günstig im Unterhalt sind. Sie belasten die Umwelt nicht und tragen – bei den Varianten mit zusätzlichem Pedalbetrieb - zur Erhaltung der Gesundheit des Fahrers bei. Sie sind teilweise zulassungsfrei und können ebenfalls zum Teil von Personen ohne Führerschein (z.B. Lehrlinge) gefahren werden. Mit Lastenfahrrädern können Staus umgangen werden und die Parkplatzsuche entfällt. Dies ist vor allem in der Stadt von Vorteil.

Nachteile sind die geringe Reichweite und die geringe Geschwindigkeit im Vergleich zu PKW oder Transportern. Dies betrifft vor allem Überlandfahrten. Außerdem lassen sich mit Hilfe von Lastenrädern keine großen oder schweren Gegenstände transportieren. Lastenfahrräder sind daher ideal für kürzere Strecken, kleinere Lasten und für den Einsatz in der Stadt und/ oder in Umweltzonen. Sie dienen umweltbewussten Betrieben auch als selbsterklärende Werbeträger gegenüber dem Kunden.

 

Quellen:

http://www.fuhrparktreff.de (Zugriff: 29.06.2016)

https://www.dat.de/leitfaden/LeitfadenCO2.pdf (Zugriff: 29.06.2016)

http://www.pkw-label.de/nc/pkw-label-suche-gewerblich.html#/suche (Zugriff: 29.06.2016)

http://www.mx-electronic.com/pdf/Wirkungsgrad-Vergleich_zwischen_Fahrzeugen_mit_Verbrennungsmotor_und_Fahrzeugen_mit_Elektromotor.pdf (Zugriff: 29.06.2016)

R. Paschotta, Artikel 'Dieselkraftstoff' im RP-Energie-Lexikon, (Zugriff: 29.06.2016)

https://de.wikibooks.org/wiki/Motoren_aus_technischer_Sicht/_Vergleich_zwischen_dem_Otto-_und_dem_Dieselmotor, (Zugriff: 28.07.2016)

http://produkte.bosch-mobility-solutions.de/media/ubk_europe/db_application/downloads/pdf/antrieb/de_5/DS-Datenbl_P1A7_WHR_DE_low.pdf, (Zugriff: 28.07.2016)

http://www.prognos.com/uploads/tx_atwpubdb/140900_Prognos_Shell_Studie_Pkw-Szenarien2040_Pressegrafiken.pdf (Zugriff: 29.07.2016)

https://www.adac.de/_mmm/pdf/g-b-d-vgl_47097.pdf (Zugriff: 03.08.2016)

https://www.hannoversche.de/aktuelles/erdgas-oder-autogas-was-ist-besser-alternative-antriebe.htm (Zugriff: 03.08.2016)

http://www.bafa.de/bafa/de/wirtschaftsfoerderung/elektromobilitaet/publikationen/emob_liste_foerderfaehige_elektrofahrzeuge.pdf (Zugriff: 09.08.2016)

https://www.hannoversche.de/aktuelles/elektroantrieb-fuer-autos-alternative-der-zukunft-alternative-antriebe.htm (Zugriff: 09.08.2016)

https://de.wikipedia.org/wiki/Transportrad (Zugriff: 24.08.2016)

http://www.welt.de/wirtschaft/article140788655/So-finden-Sie-das-E-Bike-das-perfekt-zu-Ihnen-passt.html (Zugriff: 24.08.2016)

http://www.adfc.de/pedelecs/elektrorad-typen/elektrorad-typen (Zugriff: 24.08.2016)

 

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